Wegweiserin Wegweiser für neurodivergente Menschen
← Zurück zum Wegweiser
Station 8 · Weiterlesen Offen für alle · kostenlos

Bücher, die weiterhelfen

Vertiefung statt loser Liste – ein paar Bücher, die mir selbst auf dem Weg wichtig waren oder die ich immer wieder empfehle, dazu hilfreiche Links und meine Tipps für Betroffene und Angehörige.

Buchcover: Anders nicht falsch von Maria Zimmermann

Anders nicht falsch

Maria Zimmermann

Ein persönlicher Erfahrungsbericht über eine späte Autismus-Diagnose – nah, ehrlich und auf Deutsch geschrieben.

Bei Orell Füssli ansehen →
Buchcover: Die Welt autistischer Frauen und Mädchen von Manon Mannherz

Die Welt autistischer Frauen und Mädchen

Manon Mannherz

Warum Autismus bei Frauen und Mädchen so oft übersehen wird – und wie sich das ändern lässt.

Bei Orell Füssli ansehen → Hörbuch mit Spotify Premium gratis hörbar
Buchcover: Subtiler weiblicher Autismus von Dorothea Whitehead

Subtiler weiblicher Autismus

Dorothea Whitehead

Ein Wegweiser für Mädchen und Frauen, die sich in den gängigen Beschreibungen von Autismus nicht wiederfinden.

Bei Orell Füssli ansehen →
Buchreihe

Neurodivergent Life Toolkit

Eine zwölfteilige, englischsprachige Reihe kurzer, sanfter Ratgeber für neurodivergente Erwachsene – von Maren P. Vale, die unter dem Namen „Someone Who Gets It" schreibt. Jeder Band steht für sich und ist bei Amazon erhältlich; Band 4 ist derzeit nicht verfügbar.

Cover Band 1: Understanding Adult ADHD Band 1

Understanding Adult ADHD

Bei Amazon →
Cover Band 2: Managing Emotions and Building Resilience Band 2

Managing Emotions and Building Resilience

Bei Amazon →
Cover Band 3: Productivity and Time Management Band 3

Productivity and Time Management

Bei Amazon →
Band 4

Derzeit nicht verfügbar

Cover Band 5: Self-Care and Well-being for Neurodivergent Adults Band 5

Self-Care and Well-being for Neurodivergent Adults

Bei Amazon →
Cover Band 6: Burnout Recovery Neurodivergent Life Toolkit Band 6

Burnout Recovery

Bei Amazon →
Cover Band 7: Executive Function Survival Guide Band 7

Executive Function Survival Guide

Bei Amazon →
Cover Band 8: Rejection Sensitivity & Emotional Safety Band 8

Rejection Sensitivity & Emotional Safety

Bei Amazon →
Cover Band 9: Sensory Self-Regulation & Overload Band 9

Sensory Self-Regulation & Overload

Bei Amazon →
Cover Band 10: Rest, Sleep & Recovery Without Guilt Band 10

Rest, Sleep & Recovery Without Guilt

Bei Amazon →
Cover Band 11: Unmasking & Authentic Identity Band 11

Unmasking & Authentic Identity

Bei Amazon →
Cover Band 12: Money Management with Executive Dysfunction Band 12

Money Management with Executive Dysfunction

Bei Amazon →
Weitere Infos

Weitere Links

Nicht alles steht in Büchern. Hier findest du Orte im Netz, an denen du dich informieren, austauschen und Menschen finden kannst, die dich verstehen.

Fachorganisation

Autismus Schweiz

Die grösste Non-Profit-Organisation zum Thema Autismus in der Schweiz: Beratung, Infoabende, Workshops und ein grosses Adressverzeichnis für Diagnostik, Therapie und Selbsthilfegruppen.

autismus.ch besuchen →
Austausch

Autismus Forum Schweiz

Ein Online-Forum, in dem sich Betroffene und Angehörige austauschen – über Diagnose, Alltag, Arbeit, Beziehungen und alles, was sonst noch bewegt.

Zum Forum →
Lesetipp

EnableMe: Die andere Wahrnehmung der Welt

Ein gut verständlicher Artikel der Stiftung EnableMe darüber, wie autistische Menschen Reize anders wahrnehmen – und warum Autismus keine Krankheit ist, sondern eine Form von Neurodiversität.

Artikel lesen →
Von Autist:innen für Autist:innen

Aspies Deutschschweiz

Ein Verein, der von autistischen Menschen gegründet wurde: Treffen, Ausflüge und Infoveranstaltungen – Aufklärung aus erster Hand.

aspies.ch besuchen →
Neurodiversität

Verband Neurodiversität

Deutschsprachiges Netzwerk für neurodivergente Menschen (Deutschland, Österreich, Schweiz) mit Veranstaltungen, Fachgruppen und einem lesenswerten Blog.

Zum Verband →
Beratung · Bern

Nathalie Stiftung

Die Beratungsstelle in Gümligen bei Bern informiert und unterstützt Menschen im Autismus-Spektrum jeden Alters – auch Erwachsene – sowie Familien, Bezugspersonen und Fachleute.

Zur Beratungsstelle →
Begleitung · Region Basel

Verein Amaranth

Der Verein in Ettingen begleitet autistische Menschen im Alltag – mit Tagesgestaltung, ambulanter Wohnbegleitung und Förderung der Kommunikation, auch für Menschen, die nicht sprechen.

Zum Verein →
Kreativraum · Bern

Living Museum Bern

Ein offener Kunstraum für Menschen mit psychischen Belastungen – mit Atelier, Musik- und Ausstellungsraum. Ein Ort zum kreativen Gestalten, für Austausch und Gemeinschaft.

Zum Living Museum →
Neurodiversität · Solothurn

Verein prisma

Das Zentrum für Neurodiversität und Lebenskunst in Zuchwil bietet Abklärung, Beratung, Gesprächsgruppen und Veranstaltungen zu Autismus, ADHS und Hochsensibilität – für Erwachsene, Angehörige und Fachpersonen. Auf der Webseite findest du viele hilfreiche Tipps.

Zum Verein →
Gut zu wissen · für Betroffene

Tipps aus meinem Alltag

Kein Lehrbuch, sondern das, was mir selbst geholfen hat – oder was ich gerne früher gewusst hätte. Nimm dir, was passt, und lass liegen, was nicht passt.

Nach der Diagnose

  • Du musst dich nicht rechtfertigen. Gerade wenn du spät diagnostiziert wirst und jahrelang maskiert hast, hörst du nach der Diagnose oft Sätze wie «Das sieht man dir gar nicht an!» oder «Was, du? Sicher nicht!». Du musst dich weder erklären noch beweisen. Eine ruhige Gegenfrage nimmt oft den Druck raus: «Ah, kennst du dich damit aus?»
  • Anders sein, nicht gestört sein. Auch wenn im Fachbegriff «Störung» steht: Autismus ist kein Fehler, der repariert werden muss. Es ist eine andere Art, die Welt wahrzunehmen und zu verarbeiten.
  • Sieh auch deine Stärken. Autismus ist nicht nur Herausforderung. Viele von uns bringen echte Stärken mit: tiefes Wissen dank Spezialinteressen, einen Blick für Effizienz, ein Flair für Daten und Muster, viel Empathie und noch einiges mehr. Nutze sie ganz bewusst.

Dich selbst verstehen

  • Jede autistische Person ist anders. Nicht alle Merkmale zeigen sich bei allen – und nicht alle zeigen sich ständig. Was heute schwerfällt, kann morgen leichter gehen. Vergleiche dich nicht mit dem Bild, das andere von Autismus haben.
  • Spezialinteressen dürfen sich ändern. Wenn ein Interesse verblasst und ein neues dazukommt, ist das völlig in Ordnung. Es macht dich nicht weniger autistisch.
  • Augenkontakt beweist nichts. Augenkontakt ist nicht für alle Autist:innen unmöglich. Viele haben ihn sich über Jahre antrainiert – oft mit viel Energie, die man von aussen nicht sieht.
  • Kenne, was dir nicht guttut. Für viele sind ein Klinikaufenthalt (weg von den Routinen, die Sicherheit geben), zu viel Unterwegssein, neue Menschen oder neue Orte eher kontraproduktiv. Das gilt nicht für alle – wähle, was für dich passt.

Im Alltag

  • Vorbereitung ist der Schlüssel. Je mehr du vorher weisst, desto weniger Stress unterwegs: Weg, Parkplatz, Warteplätze, Schattenplätze. Plane am besten schon am Vortag – und schau dir den Ort bei wichtigen, grossen Terminen ruhig schon ein paar Tage vorher an.
  • Kleine Strategien, grosse Wirkung. Erledige Dinge ausserhalb der Stosszeiten. Sei früh vor Ort, damit du deinen Platz in Ruhe wählen kannst. Und erkunde neue Orte vorher – ganz ohne Zeitdruck.
  • Gib ab, was nicht geht – ohne Scham. Wenn dich Einkaufen oder andere Aufgaben zu viel Kraft kosten, darfst du sie abgeben, wo es möglich ist. Das ist keine Schwäche, sondern kluges Haushalten mit deiner Energie.
  • Das Sonnenblumen-Band. Das grüne Band mit Sonnenblumen (Hidden Disabilities Sunflower) zeigt, dass du eine nicht sichtbare Beeinträchtigung hast. Gut zu wissen: In der Schweiz kennen es bisher noch wenige, darum hilft es hier nur begrenzt.
  • Ein Assistenzhund als Stütze. Vielleicht könnte auch ein Assistenzhund dich unterstützen. Schreib mir gerne dazu – dann erzähle ich dir von meinem Weg mit meiner Hündin und davon, was sie mir im Alltag bringt. Schreib mir →
Gut zu wissen · für Angehörige

Wie du unterstützen kannst

Für Partner:innen, Familie und Freund:innen: ein paar Dinge, die den Alltag mit einer autistischen Person für beide Seiten leichter machen.

  • Es gab kein «Vorher». Die Diagnose verändert niemanden – sie macht sichtbar, was schon immer da war. Was du vorher erlebt hast, war oft Maskieren. Akzeptiere, dass es kein «Vorher» gibt, zu dem man zurückkehren kann.
  • Informier dich selbst. Alles immer wieder erklären zu müssen, ist für Betroffene anstrengend. Wenn du dich selbst schlaumachst, zum Beispiel mit einem der Bücher oben, entlastest du sie spürbar.
  • Absagen nicht persönlich nehmen. Wird ein Treffen abgesagt, hat das selten mit dir zu tun – sondern mit der Energie, die gerade da ist oder eben fehlt.
  • Rückzug ist Erholung. Wenn sich jemand zurückzieht, ist das nichts Negatives. Es tut der Person gerade gut – auch wenn du es vielleicht nicht ganz nachvollziehen kannst.
  • Biete konkrete Hilfe an. Statt offen zu fragen «Wie kann ich dir helfen?», gib Optionen: «Soll ich für dich einkaufen, etwas besorgen, dich zum Arzttermin fahren oder für dich kochen?» Eine Auswahl macht die Antwort viel leichter.
  • Ruhige Orte für gemeinsame Zeit. Verbringt Zeit dort, wo es eher ruhig ist: ein Spaziergang, ein stilles Café ausserhalb der Stosszeiten oder einfach zu Hause.
  • Frag nach dem passenden Kanal. Telefon, SMS, WhatsApp oder E-Mail – was geht am besten? Und ist es angenehmer, wenn du vor einem Anruf kurz schreibst? Frag nach, statt anzunehmen.
  • Plane Treffen voraus. Zu viel Spontanität kann viel Stress auslösen. Vereinbart Treffen möglichst frühzeitig, dann bleibt Zeit, sich darauf einzustellen.

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn du magst, schreib mir – ganz unverbindlich.

Wegweiserin wegweiserin-autismus.ch