Gerade wenn die Diagnose spät kommt, liegt oft ein langer Weg dahinter. Jahre, in denen du funktioniert, dich angepasst und maskiert hast – oft ohne zu wissen, warum alles so viel Kraft kostet. Bei vielen von uns endet dieser Weg irgendwann in einem Burnout. Der Körper und das Nervensystem sagen Stopp, lange bevor der Kopf es zulässt.
Und dann kommen die Ängste: Kann ich meine Stelle behalten? Was passiert, wenn ich nicht mehr voll arbeiten kann? Wie bezahle ich Miete, Krankenkasse, Essen? Diese Sorgen sind real – und sie rauben genau die Energie, die du jetzt zum Erholen bräuchtest.
Ich war selbst an diesem Punkt und habe mich allein durch IV, Sozialamt und Finanzen gekämpft. Hier findest du, was ich mir damals gewünscht hätte: was nach einer Diagnose ansteht, in welcher Reihenfolge – und wo es Unterstützung gibt, von der kaum jemand spricht.
Du bist nicht allein damit. Nimm dir, was dir gerade hilft, und lass den Rest für später liegen – dieser Weg darf in deinem Tempo gehen.
Eine Autismus-Diagnose und die IV hängen nicht automatisch zusammen. Viele Autist*innen stehen voll im Leben, arbeiten, sind selbständig und kommen gut zurecht – mit oder ohne Diagnose. Die Diagnose sagt nichts darüber aus, was du leisten kannst.
Wenn du aber spürst, dass du nicht mithalten kannst, und der Job eine dauernde Belastung ist, dann kann dich die Diagnose unterstützen, den Weg mit der IV anzugehen. Sie gibt dem, was du erlebst, eine fachliche Grundlage.
Für wen diese Station gedacht ist: Meine Tipps hier richten sich an neurodivergente Menschen, die Mühe haben, sich finanziell über Wasser zu halten, und nicht 100 % arbeiten können. Wenn das gerade nicht auf dich zutrifft – wunderbar. Dann darfst du diese Station einfach überspringen oder für später im Hinterkopf behalten.
Nicht jeder Schritt passt für jede Person, und manches läuft parallel. Die Farben zeigen dir, worum es geht:
Wenn du eine Zusatzversicherung bei der Krankenkasse noch abschliessen möchtest, dann am besten, bevor die Abklärung beginnt. Danach wird es oft schwierig bis unmöglich.
Bei Burnout, eingeschränkter Arbeitsfähigkeit oder grossem Leiden bei der Arbeit: früh bei der IV melden – nicht erst, wenn gar nichts mehr geht.
Damit du jemanden an deiner Seite hast, der das IV-Verfahren kennt – bevor die ersten Briefe kommen.
Beim Sozialamt deine Möglichkeiten klären, KulturLegi und Prämienverbilligung beantragen, Lebensmittelabgabestellen kennen.
Was du in dieser Phase von der IV erwarten und erfragen kannst, damit der Wiedereinstieg dich nicht gleich wieder ausbrennt.
Bis die IV entscheidet, vergehen oft Monate. Ganz wichtig: Wenn die Arbeit nicht mehr zumutbar ist, lass dich krankschreiben – und kündige nicht selbst. Winterhilfe, Pro Infirmis und Stiftungen können in dieser Zeit zusätzlich auffangen.
Was eine Rente bedeutet, was Voll- und Teilrente unterscheidet – und welche weiteren Leistungen dir zustehen können.
Dahinter findest du alles aufgeteilt in zwei Teile: rund um die IV – Früherfassung, Procap, Wiedereingliederung, Rente und Hilflosenentschädigung – und Finanzen & Überbrückung – Sozialamt, Lebensmittel, KulturLegi, Ergänzungsleistungen und Anlaufstellen für die Wartezeit. Dazu eine Übersicht, welche staatliche Leistung wann zum Zug kommt.
Der Code stimmt noch nicht ganz. Schreib mir gerne, falls etwas nicht klappt: hallo@wegweiserin-autismus.ch
Noch nicht bezahlt oder unsicher, wie das geht? Schreib mir – wir finden das gemeinsam heraus.
Welcher Schritt zuerst kommt, welche Unterlagen du brauchst und welche Fristen laufen, hängt ganz von deiner Situation ab. Darum biete ich dir ein persönliches Gespräch an – für 120 CHF pro Stunde. Deine erste Stunde ist inkl. 30 Minuten gratis zum Kennenlernen, das erste Treffen dauert damit insgesamt 90 Minuten.
Schreib mir – ganz unverbindlich.