Wippen, Wedeln, ein Wort im Kreis wiederholen, an einem Ring drehen, gegen eine feste Kante drücken – Stimming sind die Bewegungen, Geräusche oder Berührungen, mit denen sich dein Nervensystem selbst reguliert. Bei vielen autistischen und neurodivergenten Menschen kommen Reize lauter, schneller oder ungefiltert an. Stimming ist eine der wirksamsten Antworten darauf, die dein Körper von sich aus gefunden hat.
Wer sich das Stimming über Jahre abtrainiert oder unterdrückt hat – oft aus Scham oder weil andere komisch geschaut haben – kennt den Preis: mehr Überforderung, mehr Erschöpfung, mehr Tage, die einfach zu viel werden. Dir dein Stimming zurückzuholen oder es dir überhaupt erst zu erlauben, ist deshalb kein Nice-to-have. Es kann mitentscheiden, wie viel Energie dir für den Rest deines Tages, deiner Woche, deines Lebens bleibt.
Nicht jedes Stimming wirkt bei jedem gleich. Diese Station unterscheidet darum zwischen den Sinnen, über die Stimming wirken kann – nicht, damit du dich in eine Schublade einordnest, sondern damit du gezielter ausprobieren kannst, was bei dir wirklich etwas verändert.
Was für die eine Person Balsam ist, kann für die nächste ins Leere laufen – und das ist völlig in Ordnung. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, nur dein eigenes Herausfinden.
Sechs Kanäle, über die Stimming wirken kann. Meist sprechen dich ein, zwei davon deutlich stärker an als die anderen – auch das darfst du für dich selbst herausfinden.
Ruhige, sich wiederholende visuelle Reize – Licht, Muster, langsame Bewegung – können dem Blick einen Ankerpunkt geben.
Bestimmte Texturen oder Druck auf dem Körper – etwa durch Umarmen, Einrollen oder eine Gewichtsdecke – können dich spürbar herunterfahren lassen.
Ein vertrauter Duft kann genauso schnell beruhigen wie eine Berührung – und manchmal ist ein neutraler, duftfreier Ort genau das, was du brauchst.
Ein bestimmter Sound in Dauerschleife, Stille oder ein gleichmässiges Rauschen kann die Ohren vor zu vielen Reizen gleichzeitig schützen.
Kauen, Saugen oder ein bestimmter Geschmack reguliert bei vielen genauso zuverlässig wie Bewegung.
Schaukeln, Wippen oder Drehen gibt dem Gleichgewichtssinn etwas Verlässliches, worauf er sich einstellen kann.
Dahinter findest du zu jedem der sechs Sinne oben eine konkrete Sammlung an Tools und Techniken – zum Ausprobieren, nicht zum Abarbeiten. Dazu einen eigenen Teil für den Moment, in dem es schon zu viel ist: erste Schritte, wenn du mitten in einer Überforderung, einem Meltdown oder einem Shutdown steckst und dich wieder in Balance bringen willst.
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